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Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer

Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer bei n Versuchen berechnen, 1 − (1 − p)ⁿ, und die nötigen Versuche für 50, 90, 95 oder 99 % Sicherheit.

z. B. 0,01; 1 % oder 1/100

P(mindestens ein Treffer)
P(kein Treffer)
Erwartete Treffer n·p
Versuche für 95 % Sicherheit

Benötigte Versuche für gängige Sicherheitsniveaus

Sicherheit für mindestens einen TrefferBenötigte Versuche

Lösung Schritt für Schritt

    Über diesen Rechner

    Wenn etwas bei jedem Versuch mit 1 % Wahrscheinlichkeit eintritt – ist es dann nach 100 Versuchen sicher? Nein. Dieser Rechner beantwortet die Frage exakt: Aus der Trefferwahrscheinlichkeit p pro Versuch und der Anzahl der Versuche n berechnet er die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer, die Wahrscheinlichkeit für keinen Treffer und wie viele Versuche Sie für eine selbst gewählte Sicherheit brauchen.

    Das hilft bei Drop-Raten in Spielen, bei der Frage, ob mindestens eine Komponente eines Systems ausfällt, bei Stichproben in der Qualitätskontrolle oder bei jeder anderen „Passiert es mindestens einmal?“-Frage mit unabhängigen Versuchen. Im Mathematikunterricht ist dieser Aufgabentyp als „Dreimal-mindestens-Aufgabe“ bekannt.

    So funktioniert’s

    1. Geben Sie p ein, die Trefferwahrscheinlichkeit bei einem einzelnen Versuch – als Dezimalzahl (0,01), Prozentwert (1 %) oder Bruch (1/100).
    2. Geben Sie n ein, die Anzahl der Versuche.
    3. Ändern Sie bei Bedarf die Zielsicherheit (standardmäßig 95 %), um zu sehen, wie viele Versuche Sie dafür brauchen.
    4. Die Ergebnisse und die Tabelle mit gängigen Zielwerten aktualisieren sich schon während der Eingabe.

    Die Formeln

    Wahrscheinlichkeit für keinen Treffer

    P(kein Treffer) = (1 − p)ⁿ

    Jeder Versuch geht mit der Wahrscheinlichkeit 1 − p daneben. Da die Versuche unabhängig sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle n danebengehen, diese Zahl n-mal mit sich selbst multipliziert.

    Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer

    P(mindestens ein Treffer) = 1 − (1 − p)ⁿ

    „Mindestens ein Treffer“ ist alles außer „kein Treffer“ – also das Gegenereignis. Das ist viel einfacher, als die Wahrscheinlichkeiten für genau 1, 2, 3, … Treffer zu addieren.

    Benötigte Versuche für eine Zielsicherheit c

    n = ⌈ ln(1 − c) / ln(1 − p) ⌉

    Lösen Sie 1 − (1 − p)ⁿ ≥ c durch Logarithmieren nach n auf und runden Sie auf die nächste ganze Zahl auf, denn Bruchteile eines Versuchs gibt es nicht.

    Faustregel für kleines p

    P(mindestens ein Treffer) ≈ 1 − e^(−n·p) n₉₅ ≈ 3 / p

    Bei kleinem p liegt (1 − p)ⁿ nahe bei e^(−np). Setzt man das gleich 0,05, erhält man n ≈ ln(20) / p ≈ 3 / p – die sogenannte Dreierregel (engl. „rule of three“).

    Rechenbeispiele

    Beispiel 1: 1 % Chance, 100 Versuche

    Ein Gegenstand hat eine Drop-Rate von 1 %. Sie besiegen den Boss 100-mal. Wie groß ist die Chance, den Gegenstand mindestens einmal zu bekommen?

    1. P(kein Drop bei einem Versuch) = 1 − 0,01 = 0,99.
    2. P(kein Drop bei 100 Versuchen) = 0,99¹⁰⁰ = 0,3660323413.
    3. P(mindestens ein Drop) = 1 − 0,3660323413 = 0,6339676587.
    4. Versuche für 95 % Sicherheit: ln(0,05) / ln(0,99) = 298,07, aufgerundet 299.

    Ergebnis: Etwa 63,4 % – nicht 100 %. Rund 37 % der Spieler, die es 100-mal versuchen, gehen trotzdem leer aus. Für 50 % braucht man 69 Versuche, für 95 % 299 und für 99 % 459.

    Beispiel 2: eine Sechs würfeln

    Wie groß ist die Chance auf mindestens eine Sechs bei 4 Würfen mit einem fairen Würfel, und wie viele Würfe ergeben eine Chance von 95 %? (Das ist die Hälfte einer klassischen Glücksspielfrage aus dem 17. Jahrhundert, die mit dem Chevalier de Méré in Verbindung gebracht wird und Pascal und Fermat zu ihren Arbeiten über die Wahrscheinlichkeitsrechnung anregte.)

    1. p = 1/6, die Chance auf keine Sechs bei einem Wurf ist also 5/6.
    2. P(keine Sechs in 4 Würfen) = (5/6)⁴ = 625/1296 = 0,4822530864.
    3. P(mindestens eine Sechs) = 1 − 0,4822530864 = 0,5177469136.
    4. Würfe für 95 %: ln(0,05) / ln(5/6) = 16,431, aufgerundet 17.

    Ergebnis: 51,77 % bei 4 Würfen – knapp besser als 50 : 50. Eine Wette zu gleichen Einsätzen darauf gewinnt also etwas öfter, als sie verliert. Für eine Chance von 95 % auf mindestens eine Sechs brauchen Sie 17 Würfe.

    Wann der Rechner für mindestens einen Treffer passt

    Wann er nicht passt

    Häufige Fehler

    Häufige Fragen

    Warum sind 100 Versuche bei 1 % Chance kein sicherer Treffer?

    Weil jeder Versuch unabhängig scheitern kann. Die Wahrscheinlichkeit, alle 100 Versuche zu verfehlen, ist 0,99¹⁰⁰ ≈ 36,6 %, die Chance auf mindestens einen Treffer also etwa 63,4 %. Keine endliche Zahl von Versuchen macht den Treffer sicher.

    Wie viele Versuche brauche ich bei einer Chance von 1 zu X?

    Bei einer kleinen Chance von 1 zu X brauchen Sie etwa 0,69·X Versuche für 50 %, 2,3·X für 90 %, 3·X für 95 % und 4,6·X für 99 %. Der Rechner liefert die exakte ganze Zahl für Ihr p.

    Ist das dasselbe wie P(X ≥ 1) bei einer Binomialverteilung?

    Ja. P(mindestens ein Treffer) ist P(X ≥ 1) für eine Binomialverteilung mit n Versuchen und Trefferwahrscheinlichkeit p, also 1 − P(X = 0) = 1 − (1 − p)ⁿ.

    Was, wenn die Wahrscheinlichkeit bei jedem Versuch anders ist?

    Multiplizieren Sie die einzelnen Fehlschlagwahrscheinlichkeiten und ziehen Sie das Produkt von 1 ab: P(mindestens ein Treffer) = 1 − (1 − p₁)(1 − p₂)…(1 − pₙ). Die Versuche müssen dabei weiterhin unabhängig sein.

    Wie viele Versuche braucht man im Schnitt bis zum ersten Treffer?

    Im Durchschnitt 1/p Versuche (das ist der Erwartungswert der geometrischen Verteilung). Bei 1 % Chance sind das 100 Versuche – obwohl 100 Versuche nur eine Trefferchance von etwa 63 % ergeben.

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